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Jobmessen funktionieren (noch). Sie sind eine kleine „Von-Mensch-zu-Mensch-Insel“ im zunehmend digitalen Netzwerk. Damit die Teilnahme an einer Recruitingmesse als voller Erfolg verbucht werden kann, braucht es allerdings mehr Aufwand als nur dabei zu sein. Der olympische Gedanke „dabei sein ist alles“ kann auf Jobmessen eine eher schädliche Wirkung haben, wenn der Aussteller nicht die Erwartungen des Messebesuchers erfüllt.

7 Tipps für mehr Erfolg auf Recruitingmessen

  1. Messeziele definieren
  2. Budget festlegen
  3. Design des Messestandes mit einem Profi besprechen
  4. Gutes Bewerben der Messeteilnahme
  5. Schulung des Standpersonals
  6. Nachlese der Messe, Nachhaltigkeit durch Kontaktpflege
  7. Erfolgskontrolle und Lessons Learned

Messeziele definieren

War die Messe erfolgreich? Auf diese Frage bekomme ich oftmals keine Antwort, sondern nur Schulterzucken. Oder eine vage Aussage wie „Na, das hoffe ich.“

Um das mal klarzustellen: Hoffnung ist keine gute Grundlage für eine erfolgreiche Messe. Für ALLE Recruitingmaßnahmen definiere ich Ziele. Erst recht für Messen.

Ziele für eine Recruitingmesse können sein:

  • Konkret ausgeschriebene Stellen bekannt zu machen und nn Bewerber anzusprechen
  • nn Bewerbungsgespräche auf der Messe führen
  • nn Kontakte mit Fachkräften aus einen definierten Bereich zu haben
  • nn Besucher am Stand zu registrieren
  • Aus Imagegründen vor Ort sein, weil die Konkurrenz nicht schläft

Das Definieren der Messeziele führt auch dazu, dass ich bei der Auswahl der Jobmessen die „richtigen“ auswähle.  Werde ich dort potenzielle Kandidaten treffen? Erwarten die potenziellen Bewerber, dass sie mich auf der Messe finden? Ist die Veranstaltung etabliert, so dass sie viele Besucher anzieht?

Budget festlegen

Für alte Messehasen versteht sich das von selbst, dass sie einen finanziellen Rahmen für den Messeauftritt definieren. Dazu gehören nicht nur die Gebühr für die Standfläche und Miete/ Kauf des Messestandes, sondern auch die Einsatzzeiten, Reisekosten oder Werbemittel.

Der AUMA (Verband der Deutschen Messewirtschaft) bietet kostenlos gute Übersichten und Checklisten zur Messeorganisation und –kosten an.

Wie sich die Messekosten aufgliedern zeigt das Ergebnis einer Studie des ifo-Instituts:Messeausgaben

Quelle: AUMA

Eine pauschale Preisaussage ist definitiv nicht möglich. Geschätzt lässt sich ab 5.000,- Euro ein kleinerer Messeauftritt umsetzen.

Design des Messestandes mit einem Profi besprechen

Was sagt denn ein Messeprofi über gutes Standdesign? Thomas Schiffelhuber von MODUS Werbetechnik hat in einem kleinen Interview allerhand Fragen zum Thema Messe beantwortet.

Thomas: „Ein gutes Standdesign? Wahrscheinlich wird dir die Antwort nicht gefallen: Es kommt darauf an. Im Austausch mit dem Messebauer geht es zuerst um das Klären der Rahmenbedingungen. Wie viel Budget ist für den Stand eingeplant. Welche Messe? Was sind die Messeziele? Das sind für eine Planung und die Angebotserstellung  wichtige Grundlagen.“

Frage: Ok, das mit dem Budget kann ich gut nachvollziehen. Aber warum interessiert sich der Messebauer für meine Ziele auf der Messe?

Thomas (lacht): „Weil wir extrem neugierig sind. So wie Personaler, oder? Im Ernst: Wenn Unternehmen auf einer Messe sind und dort Produkte für den täglichen Bedarf verkaufen, dann wird wahrscheinlich eine Verkaufstheke benötigt, ein Kassenbereich, ein Lager. Stelle ich auf Fachmessen aus, wo es um erklärungsbedürftige Produkte geht, dann macht ein offener Stand Sinn. So können sich die Besucher alles anschauen und in Beratungszonen finden Gespräche statt.

Ist das Ziel auf einer Jobmesse, offensiv mit potenziellen Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen und vielleicht sogar schon Jobangebote zu machen, dann muss der Stand Gesprächszonen beinhalten. Womöglich Besprechungsboxen, die auch von außen nicht einsehbar sind, wenn hohe Vertraulichkeit gewährleistet werden soll. Es gibt Unternehmen, die einen spielerischen Start in einen Bewerbungsprozess anbieten, zum Beispiel kleine Wettbewerbe oder Aufgaben. Das kann ganz verschiedene Ausmaße haben. Von einfachen Handwerksaufgaben bis hin zu komplexen Escape-Games.

Recruitingmesse plusculum

Frage: Hm. Mein erster Gedanke dazu ist „das wird ganz schön teuer sein.“  Macht es aus Kostengründen nicht viel mehr Sinn, einen Systemstand der Messe zu mieten und dann mit Plakaten und Rollups zu verschönern?

Thomas (runzelt die Stirn): „Auf den ersten Blick mögen Systemstände der Messen billiger sein. Aber diese ´Hasenställe´ wirken auch billig. Außerdem gibt es auch vom Messebauer gute Systemlösungen, die kein Vermögen kosten und trotzdem gut aussehen. Individuelle Gestaltungen und ansprechende Designs sind mit dem Standardsystembau der Messen nicht möglich. Auch da wieder die Frage, welches Ziel du auf der Messe hast und welche Zielgruppe du ansprechen willst.“

Frage: Ich bin regelmäßig auf regionalen Jobmessen unterwegs. Die finden dann nicht in den großen Messelocations statt. Was fällt dir dazu als „kleine Lösung“ ein?

Thomas: „Kleine Lösungen hast du ja schon im Einsatz. Das können XXL Rollups sein. Oder es gibt auch verschiedene mobile Standlösungen, deren Kauf sich lohnt, wenn du regelmäßig auf kleinen Messen unterwegs bist und selbst vor Ort alles aufbaust. Die Ziehharmonika-Teile kennst Du ja. Wobei das auch kaum unterscheidbar ist, wenn du nicht eine auffallend gute Grafik nutzt. Ich empfehle gerne mobile Lösungen, die hinterleuchtbar sind. Die werden auf kleinen Messen wenig genutzt. Damit gewinnt man noch mehr Aufmerksamkeit. Die Bandbreite ist groß. Meine Empfehlung hängt davon ab, wie groß die Stände sind und wie viel Zeit und technisches Geschick der Kunde für den Eigenaufbau mitbringt.“

Frage: Hast du noch einen abschließenden Tipp, den jeder beherzigen sollte, wenn es um ein gutes Standdesign geht?

Thomas: „Such Dir´ einen Profi, der Qualitätsarbeit anbietet. Und je mehr Fragen in der Angebotsphase gestellt und beantwortet werden, umso besser wird das Ergebnis sein.“

Frage: Super, danke! Jetzt hast du noch die Chance, Deinen „Werbeblock“ hier zu platzieren.

Thomas (lacht): „Danke für die Schaltung. Ich fasse mich kurz: MODUS macht Messe. Unkompliziert. Stressfrei. Ergebnisorientiert. Vom Rollup über mobile Standlösungen bis hin zu großen Messeauftritten. Und wer noch mehr wissen möchte, der kann auf unserer Website schauen oder unserer facebook Seite folgen.“

Gutes Bewerben der Recruitingmesse

Messen sind Werbeveranstaltungen – und müssen trotzdem beworben werden, um die richtigen Besucher auf dem Stand begrüßen zu können.

In der Annahme, dass im Unternehmen eine Bewerberdatenbank existiert, ein Talentpool gepflegt wird und PersonalerInnen sowie Führungskräfte in den Sozialen Medien mit potenziellen Bewerbern vernetzt sind, nutzen wir diese Kanäle für eine persönliche Einladung zur Messe. Vielleicht ist es sogar möglich, für die Messezeit Gesprächstermine zu vereinbaren.

Inserate und Ankündigungen in verschiedenen Kanälen sprechen jene Menschen an, die noch keine Kontakte sind.

Kündige etwas Attraktives für die Messe an, ermögliche persönliche Gespräche, mach es den Besuchern so einfach wie möglich.

Schulung des Standpersonals

Wer aufmerksam eine Messe besucht, wird ganz schnell die Unterschiede zwischen gut geschultem Standpersonal und den Laien bemerken.

Für mich ist es immer wieder ein absolutes No-Go, wenn am Stand gerade nicht viele Besucher sind, sich die Mitarbeiter auf dem Stand in den Lounge-Möbeln räkeln und mit ihrem Handy beschäftigt sind.

Messen, auch Recruitingmessen, sind Werbe- und Verkaufsveranstaltungen. Und verkaufen bedeutet: Aufmerksamkeit und Aktivität. Jederzeit.

Lange Messetage sind anstrengend; das weiß ich aus eigener Erfahrung aus meinen „alten Vertriebszeiten“. Wer eine Auszeit braucht, darf sie gerne haben, aber nicht als schlafende und schlappe Standdekoration.

Das Standpersonal soll Offenheit und Freundlichkeit ausstrahlen. Ein professioneller Auftritt heißt, dass ich jeden Besucher kompetent betreue. Auch eine vermeintlich zu alte Dame kann ein nützlicher Kontakt sein, wenn ihr Enkel der Superstar unter den Programmierern ist.

Offenes Interesse an den Menschen und die Fähigkeit, Begeisterung auszustrahlen, sind wichtige Erfolgsschlüssel auf der Messe.

Wer bietet Schulungen für das Standpersonal an? Ist doch klar, ich natürlich. 😀 Bei Interesse einfach eine kurze Anfrage senden.

Nachlese der Recruitingmesse

Nach der Messe entsteht das Gefühl, erst einmal verschnaufen zu wollen, die müden Füße wieder zu kurieren und ein paar Tage lang weniger reden zu müssen. Das muss leider noch ein paar Tage länger warten.

Eine Messe wird dann zu einem Rundum-Erfolg, wenn mit dem letzten Messetag nicht alles vergessen ist. Es gilt, unmittelbar nach der Messe eine konsequente Nachbearbeitung zu machen:

  • Dankesschreiben an die Besucher senden
  • Termine vereinbaren
  • Versprochenes Informationsmaterial zur Verfügung stellen
  • Kontaktanfragen in den Sozialen Medien beantworten/ stellen

Je persönlicher diese Nachbereitung ist, umso länger bleibt der Messekontakt in guter Erinnerung.

Erfolgskontrolle und Lessons Learned

Nach der Messe ist außerdem vor der Messe. Welches Gesamtbild ergibt sich, gemessen an den definierten Zielen?

Was kann ich sonst noch aus dem Messeauftritt lernen? Wie sind die Feedbacks der Besucher? Gibt es einen erkennbaren Trend? Etwas, von dem alle Besucher erzählt haben?

Auch Rückschlüsse auf die Werbemaßnahmen im Vorfeld lassen sich ziehen. Wie viele Menschen sind der Einladung gefolgt? Über welche Kanäle haben Sie die Einladung erhalten?

Was lief gut? Was weniger gut? Wie sollte es beim nächsten Mal besser abgewickelt werden?

Welche Anregungen nimmst Du mit?

Fazit: Die nächste Recruitingmesse kommt bestimmt

Frühzeitig geplant, verursacht der nächste Messeauftritt bestimmt kein Stirnrunzeln mehr. Mit einem professionellen Partner im Messebau lässt sich Messe unkompliziert realisieren. Mit motivierten Mitarbeitern am Stand und einer guten Nachbereitung bleibt der Messekontakt in guter Erinnerung.